Dienstag, 2. März 2010

Custom cocktail community created book @ Wankiki Blog

Yipyip. First english post (and first and maybe last post in a while aswell :D). Just wanted to spread the word about this nice little project that german Mr. Wankiki blog author a.k.a. bochi is starting on his Wankiki blog:

A cocktail book puzzled together of stories, recipes and pictures any bartender or connaiseur is free to contribute!
So go ahead and request the questionnaire at the (nicely starting out, yet rarely image decorated) Wankiki blog!!


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Oh and here's a link to the new bar menu I have written up for the bar that I work in. Not much super exclusive cocktail craft going on in there, but I'm trying my best to invoke the guests appetite on classic and aromatic small cocktails :)


Will take some while until it sees print though.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Vom Leid der Welt verursacht durch Hohleiswürfel und zu langes Schütteln

Dieser Samstag war ein sehr anstrengender Arbeitstag im Luftschloss. Punkt 19:00 erschienen, Reservierung von 40 Personen bereits platziert und ich darauf unvorbereitet (Chef = not amused), dazu ein weiterer Tisch mit 15 Personen und der Rest des Ladens gerappelt voll. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass der 40er Tisch nie angefangen hat Cocktails zu bestellen.

Am Ende des Abends um 3:00 Uhr bekam ich dann gewissermaßen die Entlohnung für den Stress. Nach dem Besuch dreier guter Freunde betritt Daddy-O die Bar. Naja, zunächst wusste ich nicht ob ich mich freuen oder weinen sollte.

Daddy-O ist ein vielgereister Verfechter der American Bar und seit etwa 40 Jahren als Barmann tätig. Mit seinen beinahe 70 Jahren strahlt er einerseits eine große Erhabenheit über sein Handwerk aus, andererseits kann er sich auch den ganzen Abend Lang in Rage über "die Jugend von Heute", "die Bierzapfer, nicht Bartender von Heute" und die ganze Stadt Koblenz mit den nicht vorhandenen Gästen für seine kleine (wunderschöne) Bar verlieren. Das kann dann auch mal anstrengend werden. Daddy-O ist großer Rumkenner und verfügt in seiner Bar über etwa 300 verschiedene Abfüllungen. Dazu kommen auch seine verschiedenen (eigens fassgelagerten) Spiced Rum und Falernumvariationen.

Da stapft er also zu mir an die Bar, grüßt und bestellt schonmal seine obligatorische Rosé Weinschorle. Erstmal werde ich kritisch beim Arbeiten gemustert, alle "wichtigen Moves" beim Zubereiten der Drinks werden anerkennend abgenickt. Hoho, er ist zufrieden, damit ist mein Abend schonmal gerettet. Denn so leicht ist er nicht zufrieden zu stellen und wehe wenn nicht...
Also dann bestellt Daddy-O einen "schönen ausgeglichenen" Daiquiri. Gesagt getan... wieder alles abgenickt. Super :-D

Probieren... "Aha! Du hast zu lange geschüttelt. Der Drink ist verwässert." Selbst probiert. Tatsächlich! Etwas lasch, wenn man mit denen die ich zu Hause mixe vergleicht. Seit ich es vor 2 Jahren sah verlasse ich mich, und das nicht nur beim Daiquiri, auf Angus Winchesters Tipp aus diesem betörenden, durstig machenden Instruktionsvideo:


"Add lots of ice and then I'm gonna shake it as long and as hard I can!"


Und eben wie Angus schon sagt, für etwa 10 Sekunden. Hier führte diese Technik jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Unser Bareis ist hohl. Hohleiswürfel haben eine größere Oberfläche. Unser Bareis wird im Eisbehälter gelagert und bildet so einen Film aus Schmelzwasser auf der Oberfläche. Schon beim hineingeben ins Mixglas vermischt sich so das Wasser mit dem Drink und verwässert ihn. Daddy-O's Tipp also: Wenig Eis, kurzes Schütteln. Gleiches Daiquiri Rezept, essenziell andere Zubereitungsmethode. Unvergleichlich besseres Ergebnis! Und der Drink war gar genauso kalt wie der andere.

Daddy-O verabschiedet sich mit einiger Genugtuung sein Wissen weitergegeben zu haben und ich bin froh, auch wenn es eigentlich zu den absoluten Basics gehört, mal wieder was gelernt zu haben. Und das von ihm. Dem verschrobenen liebenswürdigen Daddy-O.


Also: Wenn man schon mit Minderwertigem Eis arbeiten muss: Wenig nehmen, nicht allzu lang schütteln!

@Einige Cocktail & Dreamsler: Etwas mehr Respekt für diesen genialen Artgenossen bitte!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

BIRTHDAY SHOTS! *giggle* *giggle*

Vor kurzem wurde eine neue "Staffel" der beliebten Bartendersketchserie "The Bartender Hates You" veröffentlicht!

Link
Link zur ersten Staffel

Viel Spaß :D

Samstag, 5. Dezember 2009

Guter Drink mit merkwürdigem Namen.

Gestern saßen im Luftschloss zwei Herren an der Bar die nach zwei Cocktails von der neuen Karte einen Drink mit Hierbas Ibicencas wollten. Beim zweiten Versuch kam dieser wie sie fanden sehr gelungene Drink raus. Inspiriert vom Art of Choke. Wollen sie beim nächsten mal auf jeden Fall wieder trinken :)
Ich muss feststellen: Experimentierfreudige Gäste sind meine Lieblingsgäste!

Sie haben sich auch nen "genialen" Namen für den Drink einfallen lassen, das steht ihnen schließlich zu... :D


"The Masculine Cocktail"
4 cl Martinique Rhum (Saint James Royal Ambre)
2 cl Aperol
2 cl Hierbas Ibicencas
1 BL Limettensaft
1/8 Orange
4 Minzblätter
Orange mit Minzblättern leicht im Rührlas muddeln. Restliche Zutaten hinzu und kalt rühren. In einen Tumbler auf Eiswürfel strainen. Mit Zitronentwist und Minzzweig garnieren.


Hierbas Ibicencas hat eine leichte Anis-Fenchelnote und passt herrlich zu Orangenzestenaromen. In diesem Drink fügt er sich sehr schön ins Gesamtbild, während er beim ersten Drink noch etwas penetrant war.

Bild wird nachgereicht!

Unser Cocktail des Monats im Luftschloss: Hot Buttered Rum à la Bornhöft! Sehr lecker.

Freitag, 27. November 2009

The Bitter Truth Elixier angekündigt


Die Katze ist aus dem Sack. Stephan Berg und Alexander Hauck erweitern ihre Produktpalette bald um einen Wermutähnlichen Digestivlikör mit Bitteraromen wie man sie aus italienischen Amaros kennt. Punt E Mes von Carpano geht ja bereits in diese Richtung. Ob sich dieses neue Produkt namens "ELIXIER" durchsetzen wird? Interessant klingt auf jedenfall, das der Alkoholanteil hoch genug sein wird um, wie bei Wermut sonst üblich, die Lagerung in der Kühlung obsolet zu machen. Das Flaschendesign sagt mir persönlich gar nicht zu, weil es so, vom Bild her jedenfalls, wie eine Jumbo Bittersflasche aussieht. Da hätte ich eine überarbeitete Form des Etiketts, das auch die TBT Liköre tragen schöner gefunden.
Ich hoffe die Preisgestaltung fällt nicht noch höher aus als bei Carpano Antica Formula, der zwar jeden Cent wert ist, aber einem armen Studenten wie mir doch imme wieder die letzten Euronen für die barfish-Bestellung abmausert.


Naja. Macht euch selbst ein Bild.




Zur Inaktivität dieses Blogs: Das erste Semester meines Informatikstudiums hat begonnen und ich arbeite jedes Wochenende als einziger Barkeeper Freitag, Samstag, Sonntag im Luftschloss. Da bleibt mir nicht allzu viel Zeit für diesen Blog.

Für das Luftschloss habe ich eine neue Karte geschrieben die ab diesem Wochenende das erste Mal im Einsatz ist. Und falls du, werter Leser, tatsächlich mal in Koblenz sein solltest, hier beim Qype Eintrag findest du die Adresse. Eine Website befindet sich momentan im Aufbau.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Mixology Bar Awards @ BCB

Die Mixology Bar Awards wurden soeben auf dem Barconvent Berlin 2009 verliehen und auf Facebook bricht ein Feuerwerk der Gratulation los:



City Award - Hamburg

Newcomer of the Year - Ferdinand Lammerer (Comida / Red Room, Wien)

Bar team of the Year - Trinkhalle München

Lifetime achievement Award - Charles Schumann

Spirit of the Year - Forgotten Flavours Swedish Punch

Mixologist of the Year - Ricardo Albrecht (Lebensstern Berlin)

Bar of the Year - Le Lion Hamburg



Ganz große Glückwünsche an alle Gewinner, vor allem Philipp, Torben, Jörg Meyer und Ricardo! Wird Zeit, dass ich mir mal ein Fläschchen Swedish Punch zulege :-D

Dienstag, 6. Oktober 2009

Neuer Arbeitsplatz

Ein Abschiedsfoto mit Sklaventreiber Adriano in der Umkleide meiner vorherigen Bar. Unglaublich gay :-D



...und mein neuer Arbeitsplatz, das Luftschloss in Koblenz.




...und ich mache schon meinen Einfluss geltend:
Bald dann vielleicht einen Cocktail der Woche mit Mozart Dry? Wenn der Flaschenpreis stimmt und die Metro ihn hat gebe ich mein bestes ;)

Sonntag, 4. Oktober 2009

Grüße nach London

Schatz ich lieeeeeebe dich :D

Freitag, 2. Oktober 2009

Post aus Salzburg

Am Mittwoch morgen klingelte es an der Tür und ich musste gezwungenermaßen aus meinem schönen Halbschlaf aufwachen und aufmachen. Ein junger Herr hielt ein großes weißes Paket mit der Aufschrift "Mozart Destillerie" in der Hand. Hm... Ui.
Unterschrieben, entgegen genommen, voller Vorfreude ins Zimmer gebracht und geöffnet...

Darin befindet sich ein Geschenkset zum neuen Produkt der Mozart Destillerie, Mozart Dry. Über diese Spirituose, destilliert aus Schokoladenmazerat mit 40%, wurde bereits an vielfacher Stelle im Web berichtet (B@rgeist, Das Gastronom, Bartender Labor) und die Erwartungen sind wohl in Folge dieses Vorabbeifalls recht hoch. So will ich denn auch meinen Teil dazu beitragen.

Im erhaltenen Set befinden sich ein Ausgießer mit verlängertem Halsstück für die große Flasche, ein "spezielles" Mozart Dry Glas von der Firma Riedel, ein schmuckes Rezeptbüchlein mit Rezepten von Klaus St. Rainer und Dominik Falger die sich unter anderem nicht auf dem Webauftritt finden lassen sowie ein rundes Phiölchen Mozart Dry...

Der Slogan auf der Kartonage "Enjoy quality, not quantity" wird bei der Mozart Destillerie anscheinend ganz groß geschrieben, denn mit 5 cl werde ich meine Drinks volumentechnisch leider halbieren müssen... Zunächst jedoch einmal 0,5 cl pur genießen (Ganz wichtig: Enjoy quality, not quantity... ;-D )

Die Nase ist umwerfend kakaoig, kaum Alkohol. Ähnlich frisch gemahlenem Kakao, ohne jegliche Süße. Im Mund ist dann doch ein nicht schwaches alkoholisches Brennen vernehmbar und nach kurzen Vanille-Zimtaromen stellt sich am Gaumen derselbige trockene Kakaoton wie schon in der Nase ein. Hallt Bitterschokoladig nach, mittellang. Das Kakaoaroma war in der Nase allerdings noch sehr viel stärker präsent als am Gaumen.

Nun denn also zu den (Mini)Drinks.
Die Mozart Destillerie propagiert Mozart Dry als Basisspirituose und auf die Eignung dazu möchte ich ein wenig auf die Probe stellen. Der erste Drink beinhaltet deshalb eine weitere Basisspirituose von gleicher Menge. Mal sehen wie sich das Schokodestillat schlägt...

"Mozart Blues" - Klaus St. Rainer
20 ml Mozart Dry
20 ml Noilly Prat
20 ml Blue Gin (Ich nahm Tanqueray)
2 dashs Peychaud's Bitters
1 dash Luxardo Maraschino

Stir - strain - serve with a lemon zest
Der starke Kakaoduft des Mozart Dry weiss sich hier in Szene zu setzen und gibt dem Drink ein wunderbares Geruchsbild in Einklang mit den Ölen der Zitronenschale. Geschmacklich herrscht sehr große Ähnlichkeit zum Twentieth Century Cocktail, der Mozart Blues ist dabei allerdings weitaus komplexer, trockener und feiner. Problem: Bereits den Twentieth Century Cocktail mochte ich nicht sonderlich und dieser Drink, wenn auch, für meine Begriffe, besser, kann meine Gunst auch nicht so recht erwerben. Die Runde in diesem Drink geht an den Gin, der sich eindeutig als Rückgrat gebendes Element durchsetzt. Mozart Dry ist mehr "modifier" als "base spirit". Dafür spielt er im Duft die erste Geige.


Eigentlich hatte ich als zweiten Drink den Tabula Rasa, ein Mozart Dry Negroni, angedacht, doch ich wollte dann jetzt doch einen Drink in dem das Schokoladenaroma von den anderen Zutaten noch unterstützt und nicht möglicherweise unterdrückt wird. Meine Wahl daher:


"Miniature Chocolate Julep #2" - Klaus St. Rainer
25 ml Mozart Dry (*schnief*)
5 ml Zuckersirup (2:1)
10 Blatt Minze (Ich nahm Mojito Minze)
Zubereitung wie Mint Julep
Ausnahmsweise mal nicht im Silberbecher, weil ich das mitgelieferte Mozart Dry Glas einweihen wollte ;-).
Ein unglaublich guter Drink. Erwartet hatte ich etwas Aftereight mäßiges à la Grasshopper. Wie naiv. Die Minze verstärkt das Kakaoaroma auf gewisse Weise und der Drink ist einfach nur eine pure Explosion von Schokolade. Die alkoholische Schärfe vom Purgenuss ist nicht mehr auszumachen. Mozart Dry wird seinem Anspruch als Basisspirituose hier voll und ganz gerecht.



Mozart Dry wird sicher Anklang in der Barwelt finden. Als Basisspirituose wird er zwar schnell in den Hiuntergrund gedrängt, gibt aber gerade auch im Hintergrund eine wunderschöne Kakaonote. Ich freue mich jedenfalls schon auf meine nächste barfish Bestellung. Fragt sich nur, wie das Produkt preislich ausfallen wird.


Vielen Dank nach Salzburg für das Päkchen :)

Mittwoch, 30. September 2009

Ginger Ale

Heute habe ich zum zweiten Mal nun eine Flasche Ginger Ale angesetzt. Überschüssiges Ingwersirup lässt sich so wunderbar zu einem extrem leckeren Erfrischungsgetränk verarbeiten. Das Produkt ist begrenzt auch zum Einsatz als Ginger Beer tauglich, doch dazu mangelt es ihm ein wenig an Schärfe.

Ginger Ale, Rezept für 1,5L
150 ml Ingwersirup
50 ml Holunderblütensirup
Saft (etwa 100 ml) und abgeriebene Schale einer Orange
Saft (etwa 100 ml) und abgeriebene Schale zweier Zitronen
15 Nelken
2 TL Hefe
1,5 Liter Plastik(!)flasche stilles Wasser



Wasser aus der Plastikflasche in ein anderes Gefäß füllen. Alle Zutaten in die Flasche geben. Hefe im Wasser das ursprünglich in der Flasche war auflösen und mit dieser Mischung die Flasche wieder auffüllen, allerdings mindestens 100 ml Platz in der Flasche lassen. Kräftig schütteln. An einem warmen, dunklen Ort etwa zwei Tage fermentieren lassen vor dem Verzehr. Die Hefe wird nun Kohlensäure erzeugen, die nicht entweichen kann und somit in der Flüssigkeit gebunden wird. Das Ginger Ale ist auf seinem Höhepunkt, wenn die Flasche bei einem Daumendruck kaum noch nachgibt. Vorsicht, bei zu langer Fermentation kann die Flasche platzen. Auch Vorsicht beim ersten Öffnen.

Zum servieren durch ein Teesieb aus der Flasche ins Glas füllen. Man kann das Ginger Ale auch nach dem Öffnen in eine andere Flasche umfüllen und dabei alle groben Schwebepartikel rausfiltern, allerdings geht dabei eine große Menge an Kohlensäure verloren.